Japan im Chaos nach Netzausfall

Erschienen auf Alles Schall und Rauch am 7. Dezember 2018

Über 40 Millionen Kunden hat der japanische Mobilfunkanbieter SoftBank und ein Grossteil davon konnten ihr Smartphone nicht mehr am Donnerstag benutzen, was Japan ins Chaos stürzte. Der Ausfall störte den Betrieb von vielen Unternehmen, von Fluglinien und der Bahn bis über Freizeitparks hin zu Logistikunternehmen, was sowohl die Abhängigkeit der Firmen als auch der Verbraucher von drahtlosen Kommunikations- netzen deutlich macht. Die Japaner sind wohl die, die auf der Welt am meisten auf ihr Handy starren und völlig abhängig davon sind.

Noch süchtiger nach der mobilen Verbindung sind nur die Chinesen, wo es sogar extra Fusswege für diese Zombies gibt, die ohne auf die Umwelt zu achten durch die Gegend laufen.

Weltweit melden Ärzte, immer mehr Menschen leiden unter Hals- und Rückenbeschwerden, weil sie fast den ganzen Tag den Kopf nach unten tragen und auf das Handy in der Hand schauen.

Wer unterhält sich noch mit den Mitreisenden in der Tram, im Bus oder Zug oder betrachtet das Stadtbild und die Landschaft die vorbeizieht? Fast alle Fahrgäste sitzen schweigend mit Blick auf das Display und mit Stöpseln in den Ohren da. Sie “leben” für sich alleine in einer virtuellen Welt und nicht in der Realität.

Die kommenden Handy-Generationen werden bereits mit einem Buckel, Sehschwäche und geringer Denkkapazität auf die Welt kommen, wenn es so weiter geht. Ohne einem App das einem “informiert und “hilft” ist man dumm.

Albert Einstein sagte vor 60 Jahren schon: “Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem die Technologie unsere Menschlichkeit übertrifft. Auf der Welt wird es nur noch eine Generation aus Idioten geben.

Am meisten hat mich dieses Video schockiert:

Das Verblödungsgerät als Ersatz für Spielzeug und Eltern. Als Ersatz für die Zigarette und als Suchtfaktor ist es bereits geworden!

Aber zurück nach Japan. Ein Großteil der SoftBank-Handys verloren gestern um 13:39 Uhr die Netzverbindung, was die Sprach- und Datenkommunikation für mehr als vier Stunden unterbrach, bevor die Verbindungen um 18:04 Uhr wiederhergestellt wurden.

Der Ausfall der Mobilfunksparte des SoftBank-Konzerns traf nicht nur “unpassend” für die Kunden ein, sondern auch für den Konzern selber, denn am 19. Dezember soll es den Börsengang für die Sparte geben, der voraussichtlich einer der größten weltweit sein wird. Könnte den Ausgabekurs der neuen Aktie negativ beeinflussen.

Die Fluggesellschaft Jetstar meldete Verzögerungen beim Abflug ihrer Maschinen am Flughafen Narita in der Nähe von Tokio. Die tragbaren Geräte, mit denen die Bordkarten vor dem Einsteigen geprüft werden, funktionieren drahtlos über das Netz von SoftBank. Die Fluggesellschaft musste sich jedoch mit manuellen Überprüfungen begnügen.

East Japan Railway hatte Probleme mit ihrer App “Mobile Suica”. In den Zügen konnten die Fahrgäste keine Shinkansen-Tickets (Hoch- geschwindigkeitszüge) oder Sitzreservierungen für die 1. Klasse kaufen.

Auch Logistikunternehmen waren betroffen. Bei Sagawa Express, einem Unternehmen von SG Holdings, konnten die Fahrer auf die Abholaufträge nicht zugreifen und Informationen über Auslieferungen an ihren mobilen Geräten abfragen. Auch konnten sie keine Telefonanrufe über das Mobiltelefon tätigen.

Das von “Oriental Land” betriebene Tokyo Disney Resort musste Besucher abweisen, die keine elektronischen Tickets auf ihren Smartphones anzeigen konnten. Wer kein Papier-Ticket hatte konnte nicht ins Disney Land.

Die Unterbrechungen des SoftBank-Dienstes waren wegen einem Software-Update des schwedischen Telekommunikationsunternehmens Ericsson verknüpft. SoftBank sagte am Donnerstag, dass Software-probleme bei Ericsson-Schaltanlagen in Tokio und Osaka aufgetreten sind.

Auch die Sharing-Branche war vom Netzausfall betroffen. Einige von Careco, dem von Mitsui Fudosan Realty gegründeten Carsharing-Service angebotene Fahrzeuge waren nicht nutzbar. Normalerweise sperren und entsperren die Kunden die Autos mit ihrem Smartphone, aber die Kommunikationsgeräte in den Autos hatten keine Verbindung.

Ericsson teilte SoftBank mit, dass ähnliche Probleme in elf Ländern etwa zur gleichen Zeit aufgetreten sind. SoftBank sagte, dass die Verbindungen durch den Umstieg auf ältere Software wiederhergestellt wurden und die beiden Unternehmen gemeinsam Massnahmen ergreifen werden, um ein ähnliches Problem in der Zukunft zu vermeiden.

Ja, wer kennt das nicht, das Laden eines Software-Update verursacht Probleme und nichts funktioniert mehr. Ist mir selber gerade passiert. Vergangenen Montagmorgen sah ich wie mein Laptop in einer Endlosschleife wegen einem Win10-Update lief … über Stunden und zu keinem Ende kam. Es erschien nur dauernd “Bitte warten, PC nicht abschalten”.

Nach 12 Stunden habe ich einen Neustart gemacht aber seitdem ist Win10 kaputt und startet nicht mehr. Arbeiten tue ich schon seit Jahren mit Linux-Mint aber es gibt einige Apps, die nur auf Windoof laufen, deshalb. Seit Tagen versuche ich Win10 zu reparieren oder neu von einer Boot-USB zu installieren, aber vergeblich. Scheiss Mikroschrott!!!

Jetzt fahre ich die Win-Apps auf der WINE-Simulation unter Linux und habe Windows endgültig aufgegeben.

Das ist nicht die erste Störung die SoftBank seinen Kunden dieses Jahr bescherte. Bereits im Februar war der Festnetzbereich ebenfalls von weit verbreiteten Betriebsunterbrechungen betroffen. Anrufe zwischen Mobil- und Festnetztelefonen konnten nicht verbunden werden und traf 670’000 Kunden.

SoftBank muss jetzt die Details des Dienstausfalls dem japanischen Ministerium für Inneres und Kommunikation melden, da die Störung mehr als zwei Stunden dauerte und mehr als 30’000 Menschen betroffen hat. Der Mobilfunkbetreiber hatte Ende September 40,43 Millionen Mobilfunkkunden.

Dieser Ausfall zeigt, wie abhängig die “moderne Gesellschaft” vom Mobilfunknetz geworden ist und die kleinste Störung ein Chaos und grossen Schaden verursacht. Statt mit der drahtlosen Kommunikation “frei” zu sein und einen “Mehrwert” zu haben, sind die Abhängigen völlig hilflos wenn diese “Stütze” wegbricht.

Früher, und es ist gar nicht so lange her, ging es ohne Apps und der tragbaren Krücke doch auch. Man musste halt sein Hirn einschalten und Strassenkarten, Fahrpläne und Bücher lesen, und auch mit Menschen persönlich kommunizieren.

In dieser Hinsicht bin ich noch “altmodisch” (oder wieder “hip”) und habe ein kleines Nokia 3310, das nur telefonieren und SMS kann. Mehr brauch ich nicht und fühle mich freier als die um mich herum, die überall nach WiFi fragen, alle paar Minuten am Dummphone tippen und ständig einen Stecker fürs Laden suchen. Sonst leert sich ihr Hirn so schnell wie die Batterie!

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Freeman um 08:00

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