Die Evolutionstheorie und das zweite thermodynamische Gesetz

Ist die Erde ein geschlossenes oder offenes System? Unter welcher Annahme gehen wir davon aus, daß unser Lebensraum offen ist und warum kann dies eigentlich nicht sein? Eine Diskussion, ob Evolution stattfindet und wir der Fish-Frog-Man sind, dürfte sich damit erübrigt haben.

Evolution und Thermodynamik
01. September 2005 18:17

EVOLUTION UND THERMODYNAMIK

Der zweite thermodynamische Hauptsatz, eines der Grundgesetze der Physik, besagt, dass unter normalen Bedingungen alle sich selbst überlassenen Systeme in direkter Korrelation mit dem Zeitablauf zur Unordnung tendieren. Alles, ob belebt oder unbelebt, verbraucht sich, verdirbt, verrottet, zerfällt und ist im Endzustand zerstört. Nach diesem physikalischen Grundgesetz steht dieser Endzustand allen Lebewesen auf die eine oder andere Weise bevor, er ist unausweichlich und kann nicht vermieden werden.

Es ist etwas, das wir alle schon beobachtet haben. Wenn Sie ein Auto in die Wüste stellen und es dort lassen, werden Sie kaum erwarten, dass Sie es in einem besseren Zustand vorfinden, wenn Sie nach Jahren zurückkommen. Stattdessen würden Sie feststellen, dass die Reifen platt sind, die Scheiben zerbrochen, das Chassis verrostet, und der Motor defekt ist. Derselbe unvermeidbare Prozess gilt auch für alle Lebewesen.

Der zweite thermodynamische Hauptsatz definiert diesen natürlichen Prozess durch mathematische Gleichungen und Berechnungen.

Dieses berühmte Gesetz der Physik ist auch unter dem Namen “Entropiegesetz” bekannt. In der Physik ist die Entropie der Maßstab für den Grad der Unordnung eines Systems. Die Entropie eines Systems steigt, wenn es aus einem geordneten, organisierten und geplanten Status in einen unordentlichen, unorganisierten und weniger geplanten Status übergeht. Je größer die Unordnung eines Systems, umso höher seine Entropie. Das Entropiegesetz besagt, dass das gesamte Universum unausweichlich auf einen ungeordneten, unorganisierten Zustand hinläuft.

Die Gültigkeit des zweiten thermodynamischen Hauptsatzes bzw. Entropiegesetzes wurde experimentell und theoretisch nachgewiesen. Alle führenden Wissenschaftler sind sich darin einig, dass das Entropiegesetz das prinzipielle Paradigma für die vorhersehbare Zukunft darstellt. Albert Einstein, der größte Wissenschaftler unseres Zeitalters, bezeichnete es als das “erste Gesetz aller Wissenschaften”. Sir Arthur Eddington nannte es das “erhabene metaphysische Gesetz des gesamten Universums”.

Die Evolutionstheorie ignoriert dieses fundamentale Gesetz der Physik. Der von ihr angenommene Mechanismus widerspricht dem zweiten thermodynamischen Hauptsatz. Sie besagt, dass ungeordnete, leblose Atome und Moleküle sich im Zeitablauf spontan in einer besonderen Ordnung zusammen gefunden hätten, um extrem komplexe Moleküle wie Proteine, DNS und RNS zu bilden, aus denen sich graduell Millionen verschiedene lebende Arten mit noch komplexeren Strukturen gebildet hätten. Nach der Evolutionstheorie geschah dieser Prozess, der in jedem Stadium ein größeres Maß an Organisation benötigt, von selbst, unter natürlichen Bedingungen. Das Entropiegesetz macht klar, dass dieser so genannte natürliche Prozess den Gesetzen der Physik vollständig widerspricht.

Evolutionistische Wissenschaftler sind sich dessen auch bewusst. J. H. Rush stellt fest:

Im komplexen Verlauf seiner Evolution zeigt das Leben einen bemerkenswerten Kontrast zu der durch den zweiten thermodynamischen Hauptsatz ausgedrückten Tendenz. Wo der zweite Hauptsatz eine irreversible Progression in Richtung Entropie beschreibt, entwickelt sich das Leben zu immer höheren Ordnungsebenen.365

Der evolutionistische Autor Roger Lewin drückt diesen thermodynamischen Widerspruch der Evolution in einem Science Artikel so aus:

Ein Problem, dem sich die Biologen gegenüber sahen, ist der scheinbare Widerspruch der Evolution gegen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Systeme sollten im Zeitablauf zerfallen, ungeordneter und nicht geordneter werden.366

Ein anderer Verteidiger der Evolutionstheorie, George Stravropoulos, beschreibt die Unmöglichkeit der spontanen Lebensentstehung und die Unmöglichkeit einer Erklärung der Existenz komplexer Organismen unter natürlichen Bedingungen in dem bekannten, evolutionistischen Magazin American Scientist:

Doch unter normalen Bedingungen können sich niemals organische Moleküle spontan bilden, sie würden entsprechend dem zweiten Hauptsatz eher zerfallen. Je komplexer sie würden, umso instabiler müssten sie werden und umso sicherer müssten sie früher oder später zerfallen. Photosynthese und alle anderen Prozesse des Lebens, sogar das Leben selbst können jedoch nicht in Kategorien von Thermodynamik oder irgendeiner anderen exakten Wissenschaft verstanden werden, trotz des manchmal absichtlich verwirrenden Sprachgebrauchs.367

Wie wir gesehen haben, ist die Evolutionsbehauptung völlig über Kreuz mit den Gesetzen der Physik. Der zweite thermodynamische Hauptsatz konstituiert ein in logischer und wissenschaftlicher Hinsicht unüberwindbares Hindernis für das Evolutionsszenario. Evolutionisten sind unfähig, eine wissenschaftliche und konsistente Erklärung zur Überwindung dieses Hindernisses zu liefern, sie können dies nur in ihrer Phantasie. Zum Beispiel äußert der bekannte Evolutionist Jeremy Rifkin seinen Glauben an eine “magische Kraft”, die dieses physikalische Gesetz überwände:

Das Entropiegesetz besagt, dass die Evolution die überall verfügbare Energie des Lebens auf diesem Planeten verstreut. Wir glauben, dass Evolution irgendwie auf magische Weise eine größere Wertschöpfung und Ordnung auf der Erde kreiert.368

Diese Worte weisen deutlich darauf hin, dass Evolution eher ein dogmatischer Glaube als eine wissenschaftliche Theorie ist.

Gregor Koch Re: Evolution und Thermodynamik
01. September 2005 18:24

Hi seras,
der zweite thermodynamische Hauptsatz gilt nur für geschlossene Systeme. Die Erde ist ein offenes. Ihre Energiebilanz ist positiv: sie nimmt mehr Energie aus dem Weltraum auf (Sonnenstrahlung), als sie dorthin abgibt. dieser Energieüberschuss ist ausreichend, um den entropischen Effekt zu überlagern.
Grüße
Grägar

seras Re: Evolution und Thermodynamik
01. September 2005 18:33

Die falsche Vorstellung über offene Systeme
Manche Anhänger der Evolution suchen Zuflucht in dem Argument, der zweite thermodynamische Hauptsatz gelte nur für “geschlossene Systeme”, “offene Systeme” seien von dem Gesetz nicht betroffen. Diese Behauptung ist jedoch nichts als ein Versuch mancher Evolutionisten, wissenschaftliche Tatsachen, die ihre Theorie entwerten, zu entstellen. Eine Vielzahl von Wissenschaftlern stellt tatsächlich öffentlich fest, dass diese Behauptung falsch ist und die Gesetze der Thermodynamik verletzt. Einer von ihnen ist John Ross, ein Wissenschaftler an der Harvard-Universität, der ansonsten evolutionistische Ansichten hat. Er erklärt in Chemical and Engineering News, dass diese unrealistische Behauptung einen grundsätzlichen Irrtum enthält:

…Es gibt keine bekannten Verletzungen des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Üblicherweise wird der zweite Hauptsatz in Zusammenhang mit isolierten Systemen genannt, doch er gilt genauso für offene Systeme. …aus irgendeinem Grund gibt es bei ungleichgewichtigen Systemen die Assoziation, für sie gelte der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nicht. Wichtig ist, dies klarzustellen, damit sich dieser Irrtum nicht verewigt.369

Ein “offenes System” ist ein thermodynamisches System, in das Energie und Materie ein- und austreten. Evolutionisten halten daran fest, die Erde sei ein offenes System: sie sei einem konstanten Energiefluss von der Sonne ausgesetzt, das Entropiegesetz gelte nicht für die Welt als ganzes und geordnete, komplexe Lebewesen könnten aus ungeordneten, einfachen und unbelebten Strukturen entstehen.

Doch die alleinige Tatsache, dass einem System Energie zugeführt wird, reicht nicht aus, daraus ein geordnetes System zu machen. Es werden besondere Mechanismen benötigt, damit die Energie umgesetzt werden kann. Zum Beispiel braucht ein Auto einen Motor, ein Getriebe und entsprechende Steuermechanismen, damit die im Benzin enthaltene Energie in Arbeit umgesetzt werden kann. Ohne eine solches System der Energieumwandlung kann das Auto keinen Gebrauch von der im Benzin gespeicherten Energie machen.

Dasselbe gilt für alles Leben. Es stimmt natürlich, dass alles Leben seine Energie von der Sonne bezieht. Doch Solarenergie kann nur durch die unbeschreiblich komplizierten Energieumwandlungssysteme der Lebewesen, wie die Photosynthese der Pflanzen und die Verdauungssysteme der Menschen und Tiere in chemische Energie umgewandelt werden. Kein Lebewesen kommt ohne ein solches Energieumwandlungssystem aus. Ohne ein Energieumwandlungssystem ist die Sonne nichts als eine destruktive Energiequelle, die die Dinge auf der Erde ausdörrt, verbrennt und schmelzen lässt.

Ein thermodynamisches System, gleichgültig ob offen oder geschlossen, ist also für die Evolution unvorteilhaft. Niemand behauptet, dass ein solch komplexer und bewusster Mechanismus in der Natur unter den urzeitlichen Bedingungen auf der Erde existiert haben könnte. Tatsächlich besteht das Problem, dem sich die Evolutionisten gegenüber sehen darin, die Frage zu beantworten, wie komplexe Energieumwandlungssysteme wie die Photosynthese der Pflanzen von selbst entstanden sein sollen.

Der ständige Zufluss an Sonnenenergie allein konnte diese Ordnung nicht hervorbringen. Im übrigen gehen Aminosäuren keine in bestimmter Reihenfolge geordneten Bindungen ein, wie hoch die zugeführte Wärme auch sein mag. Energie allein lässt Aminosäuren nicht die komplexen Proteinmoleküle bilden, und erst recht können Proteine nicht die noch komplexer organisierten Strukturen der Zellorganellen bilden.

July 31, 2020

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